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Grunddüngung

 

Die Grunddüngung umfasst im Grünland die Versorgung des Bodens mit den Nährstoffen Phosphat (P2O5), Kalium (K2O) und Magnesium (MgO).

Diese Nährstoffe sind nicht in dem Maß von Verlusten betroffen wie Stickstoff. Der Düngebedarf dieser Nährstoffe wird daher nach einem anderen System ermittelt.

Auch das Ausbringen von Kalk wird zur Grunddüngung gezählt.

GRUNDSÄTZLICHES

  • Entscheidend für die Bemessung der Düngung sind im Fall der Grunddüngung die Untersuchungsergebnisse von Bodenuntersuchungen. Diese Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie hoch die pflanzliche Nährstoffverfügbarkeit im Boden ist. Diese hängt zum einen von der Menge an Nährstoffen im Boden ab und zum anderen vom pH-Wert des Bodens.
  • Gesetzlich gefordert ist nach der Düngeverordnung auf Grünland eine Bodenunter-  suchung auf Phosphat (P2O5) alle 6 Jahre auf Schlägen ab 1 ha (§4 Abs. 4 Nr. 2 DüV). Im Sinne einer fachlich korrekten Düngung sollten aber auch von anderen Nährstoffen die Untersuchungsergebnisse vorliegen, um auch hier eine bedarfsorientierte Düngung zu erreichen.

BERECHNUNGSWERTE

  • Die Nährstoffverfügbarkeit eines Bodens wird in Deutschland, wie in Abbildung 8 gezeigt, in Gehaltsklassen angegeben. Dabei hängt die Einteilung in die Gehaltsklassen für jeden Nährstoff, von dessen jeweiliger Menge im Boden (mg je 100 g Boden ), der Bodenart (s. Tabelle 6) und der jeweiligen Messmethode ab. Die Einteilung in eine Gehaltsklasse wird aber bereits durch das Untersuchungslabor vorgenommen und kann vom Landwirt direkt abgelesen werden.
    Abbildung 3: Einteilung der Gehaltsklassen nach Versorgungsstufe (Luib, 2017)
  • Ziel ist es möglichst für alle Nährstoffe die Gehaltsklasse C zu erreichen. Im Grünland soll dieses Ziel durch die Düngung auf Entzug (EZ) mit entsprechenden Zu- und Abschlägen, je nach Gehaltsklasse, erreicht werden (s. Tabelle 6).

    Tabelle 6: Einteilung der Gehaltsklassen für Grünland in Baden-Württemberg nach CAL-Methode und zugehörige Düngeempfehlung (Elsäßer, 2005)
Gehaltsklassen
Mineralboden
Moor**
Düngung in kg/ha
mg je 100 g Boden
mg je 100 g Boden
 
P2O5
K2O
Mg
P2O5, K2O u. Mg
P2O5 u. K2O
MgO
A
<= 5
< 7
< 6
< 11
EZ * + 80
EZ + 60
B
6 - 9
7 - 14
6 - 9
11 - 20
EZ + 40
EZ + 30
C
10 - 20
15 - 25
10 - 15
21 - 30
EZ
EZ
D
21 - 34
26 - 35
16 - 25
31 - 40
EZ x 0,5
EZ x 0,5
E
>= 35
> 35
> 25
> 40
0
0

*EZ = Entzug (siehe Tabelle 2); ** Humusgehalt > 30%

  • Grundsätzlich darf nach §3 Abs. 6 DüV Phosphat nur noch auf Entzug gedüngt werden, wenn auf den jeweiligen Schlägen, die Bodenuntersuchung ergeben hat, dass der Phosphatgehalt im Durchschnitt folgende Werte überschreitet:

    1. 20 mg P2O5 / 100 g Boden (CAL-Methode) 3
    2. 25 mg P2O5 / 100 g Boden (DL-Methode)
    3. 3,6 mg P / 100 g Boden (EUF-Methode)
  • Der jeweilige Entzug richtet sich dabei nach dem Nettoertrag (= tatsächlich geernteter Ertrag) und der Nutzungshäufigkeit (s. Tabelle 7). Bröckel- und andere Ernteverluste, die auf dem Feld verbleiben und somit nicht entzogen werden, müssen für die Berechnung des Nettoertrags berücksichtigt werden.

    Tabelle 7: Nährstoffentzüge für die Grunddüngung im Grünland
  Nettoertrag P2O5 K2O MgO CaO
  dt TM/ha kg/dt TM kg/ha kg/dt TM kg/ha kg/dt TM kg/ha kg/dt TM kg/ha
Grünland
1 Nutzung 40 0,50 20 1,93 80 0,35 15
2 Nutzungen 55 0,64 35 2,41 135 0,40 20 1,05 60
3 Nutzungen 80 0,71 55 2,89 230 0,41 35 1,40 110
4 Nutzungen 90 0,80 70 3,13 280 0,45 40 1,57 140
5 Nutzungen 110 0,85 95 3,25 330*) 0,45 50 1,75 195
6 Nutzungen 120 0,89 110 3,37 330* 0,45 55 1,80 215
Weide / Mäweide
Weide extensiv 65 0,71 45 2,77 180 0,40 25 1,05 70
Weide mittelintensiv 80 0,71 45 2,77 180 0,40 25 1,05 70
Weide intensiv 90 0,89 80 3,37 305 0,45 40 1,57 140
Mähweide mittelintensiv 95 0,76 70 3,01 285 0,41 40 1,40 135

*) Entzug kann durchaus höher liegen; um Luxuskonsum der Pflanzen an Kalium zu vermeiden, wird hier lediglich der Entzug gleich dem Bedarf gesetzt.

BERECHNUNG GRUNDDÜNGUNGSBEDARF

  • Nachstehendes Schaubild (Abbildung 4) fasst die Vorgehensweise bei der Ermittlung des Grunddüngungsbedarfs zusammen.
    Abbildung 4: Schematische Vorgehensweise für die Ermittlung der Grunddüngung (Luib, 2017)
  • Diese Rechenschritte werden für jeden Nährstoff der Grunddüngung (P2O5, K2O und MgO) separat durchgeführt.

BEISPIEL

  • Für eine beispielhafte Berechnung (s. Abbildung 8) der Grunddüngung werden folgende Annahmen verwendet:
  1. Anzahl der Schnitte:           3
  2. Ertagserwartun:                90 dt/ha
  3. Gehaltsklassen:                P2O5 (C)         K2O (D)          MgO (B)

    Tabelle 8: Beispielhafte Bestimmung des Düngebedarfs für die Grunddüngung (Luib, 2017)
P2O5 K2O MgO
Ertragserwartung [dt/ha] 90
X spez. Entzug [kg/dt] 0,71 2,89 0,41
= Entzug (EZ) [kg/ha] 64 260 37
Gehaltsklassen C D B
+/- Zu-/Abschläge EZ EZ x 0,5 EZ + 30
= Düngebedarf 64 130 67