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Probennahme

  • Für die Analyse der Nährstoffgehalte in organischen Düngemitteln, ist es wichtig, dass die erforderlichen Proben fachlich korrekt genommen wurden.
Nur durch eine zuverlässige Probennahme können verlässliche Rückschlüsse auf den Nährstoffgehalt gezogen werden.

  • Nachstehend wird das Vorgehen für die Probenahme bei Gülle beschrieben, grundsätzlich gilt die vorgestellte Herangehensweise aber auch für alle anderen Düngemittel (z.B. Festmist oder Kompost). Das Ziel ist jedes Mal eine repräsentative Probe. Repräsentativ bedeutet in diesem Fall, wie Abbildung 423zeigt, dass der Inhalt der Probe in der Zusammensetzung genau dem Inhalt des Lagerbehälters entspricht und somit die Probe den gesamten Lagerbehälter stellvertretend darstellt (=repräsentiert) .
    Abbildung 43: Repräsentative Probe ist eine „verkleinerte Kopie“ des Lagerbehälters (Luib, 2017)

Grundsätzliche Regeln zur Probennahme

  • 1.) Der Lagerbehälter muss für eine gleichmäßige Nährstoffverteilung fachgerecht aufgerührt werden.
  • 2.) Es werden einzelne Proben (bspw. mit einem Eimer) entnommen. Die Einzelproben sollten im Idealfall an verschiedenen Stellen des Gülle- lagerbehälters entnommen werden. Sollte dies nicht möglich sein, können die Einzelproben auch an einer Stelle entnommen werden, wenn weiter gerührt wird und ein zeitlicher Abstand zwischen den Einzelproben liegt.
  • 3.) Die Einzelproben werden zu einer Mischprobe vereint
  • 4.) Aus der gut durchmengten Mischprobe wird eine Menge von mindestens 1 Liter entnommen. Dieser Liter stellt nun eine repräsentative Probe für den gesamten Lagerbehälter dar, sofern die Einzelproben nach den beschriebenen Vorgaben entnommen wurden.
  • 5.) Die repräsentative Probe wird entweder selbst (Stickstoff-Analyse) oder durch ein Labor (Voll-Analyse) untersucht.
  • Weitere Informationen zur Probenahme können hier eingesehen werden.

Grundsätzliches zur Gülleanalyse

  • Erst durch eine längerfristige Probenahme können durch eine Durchschnittsberechnung die Nährstoffgehalt der eigenen Gülle mit ausreichender Sicherheit bestimmt werden.
  • Werden nur wenige Proben, bzw. sogar nur ein Analyseergebnis für die Bewertung der eigenen Gülle herangezogen, kann keine fachgerechte Bewertung stattfinden

Stickstoff-Schnelltester

  • Der Ammonium-Gehalt von Gülle kann auch durch den Landwirt selbst ermittelt werden. Hier stehen folgende Geräte zur Verfügung
  1. AGROS- Nova
  2. Stickstoffpilot
  3. Agrotronic - Güllemax
  4. Quantofix
  5. Güllecontroller
  • Schnellbestimmungsmethode „Güllespindel“: Hier erfolgt die Ermittlung des Gesamtstickstoffgehaltes über das spezifische Gewicht (Dichte). Die Güllespindel ist eine einfache, kostengünstige Methode, die bei Trockensubstanzgehalten unter 9% in der Regel für die Praxis noch ausreichend genaue Werte liefert (Quelle: Beratungsgrundlagen für die Düngung im Ackerbau und auf Grünland , Hrsg. LTZ Augustenberg, 2011)
  • In der Regel wird bei allein Schnelltests vom gemessenen Ammonium-Gehalt auf den Gesamtstickstoffgehalt anhand des Verhältnisses von Ammonium zu organisch gebundenem Stickstoff zurückgerechnet
Einzelne Untersuchungen liefern noch keine aussagekräftige Ergebnisse! Auf Grund von jahreszeitlichen Schwankungen und Unterschieden zwischen den Jahren kann eine zuverlässige Aussage über den tatsächlichen Nährstoffgehalt nur durch eine kontinuierliche Probenahme erfolgen!

Echtzeitmessung der Inhaltsstoffe

 
  • Für die Messung der Inhaltsstoffe existieren für die Gülledüngung bereits Systeme, die während der Ausbringung (also in Echtzeit), die Inhaltsstoffe der Gülle messen und die Ausbringmenge an diese Messergebnisse anpassen.
  • Vorteile:
  1. Die Probennehme entfällt.

  2. Es liegen immer genaue Ergebnisse für die Gülle, die im Moment ausgebracht wird, vor
  • Nachteile:
  1. Technik ist noch sehr neu am Markt und daher verhältnismäßig teuer

  2. Schlepper muss ISOBUS-fähig sein