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Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung

  • Die SchALVO soll in Baden-Württemberg zur Gewässererhaltung beitragen. Aus landwirtschaftlicher Sicht sind hier vor allem die Regelungen zur Nitrat-Belastung von groer Bedeutung, da durch diese Regelungen Einschränkungen in der Bewirtschaftung von bestimmten Flächen erfolgen.
  • Die Art der Einschränkungen bestimmt sich nach der Schutzbedürftigkeit einer Fläche. Daher teilt die SchALVO zu schützende Flächen in 3 Zonen ein.

    Abbildung 59: Schematische Darstellung der Schutzzonen nach SchALVO (Luib, 2016)

  • Die Schutzgebiete und die Zoneneinteilung können im Kartendienst der LUBW unter der Themenrubrik Wasser / Wasserschutzgebiete / Wasserschutz-gebietszonen (Geo-Thema) hier abgerufen werden.
  • Eine übersichtliste der Wasserschutzgebiete ist hier einsehbar.
  • Neben den drei Schutzzonen werden folgende wichtige Unterscheidungen gemacht:
  • 1) Unterscheidung der Böden
  1. A-Böden (auswaschungsgefährdet)

    1. Böden mit Gründigkeit von weniger als 0,6 m

    2. Böden mit hohem Sandanteil

    3. Moorböden (Anmoorig: 15-30% org. Substanz, moorig > 30% org. Substanz)

  2. B-Böden: Alle anderen Böden im Schutzgebiet

  • 2) Besondere Schutzgebiete
  1. Wenn die gemessene Nitratbelastung bestimmte Grenzwerte übersteigt können Schutzgebiete in sogenannte Nitratsanierungs- oder Nitrat-problemgebiete umgewandelt werden. Dadurch entstehen zusätzliche Bewirtschaftungsauflagen.

  2. Grenzwerte Nitratsanierungsgebiet

    1. 35 mg Nitrat/l Wasser über 2 Jahre

    2. 25 mg Nitrat/l Wasser, wenn über 5 Jahre die Nitratwerte jährlich um 0,5 mg Nitrat/l Wasser ansteigen

  3. Grenzwerte Nitratproblemgebiet

    1. 50 mg Nitrat/l Wasser über 2 Jahre

    2. 40 mg Nitrat/l Wasser, wenn über 5 Jahre die Nitratwerte jährlich um 0,5 mg Nitrat/l Wasser ansteigen

Auflagen in Schutzgebieten

  • Die genauen Bestimmungen zur Düngung in den einzelnen Schutzzonen können der nachstehenden Tabelle entnommen werden.

    Tabelle 32: Gesonderte Auflagen für Schutzzonen nach SchALVO (Luib, 2017)

Ausgleichsleistungen

  • Bewirtschaftungseinschränkungen sollen durch Ausgleichsleistungen kompensiert werden. Dabei gelten folgende Regelungen

  1. Pauschalausgleich: 165 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Schutzgebiet.

  2. Tierhaltungsbetriebe mit einem Mindestviehbestand von 0,5 Gro-vieheinheiten pro Hektar können zusätzliche Ausgleichsleistungen erhalten, wenn

    Tabelle 33: Zusammenstellung der SchALVO-Zulagen (Luib, 2017)
Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) in der Zone II [%] <20 20-35 35-50 >50
Zusätzliche Pauschale je ha LF in Zone II [EURO] 10 40 85 160