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Klappertopfarten

Großer K., Kleiner K., Zottiger K. (Rhinanthus spec.)
Klappertopfarten

Klappertopfarten

Vorkommen:
Warme Magerwiesen und Halbtrockenrasen der Kalkgebiete; Ebene bis 1500 m Meereshöhe; Nährstoff-, basen- und kalkreiche Lehmböden; Lehmzeiger. Kommt vor allem dann vor, wenn durch Förderauflagen sowohl die Nutzungshäufigkeit als auch die Düngeintensität zurückgehen oder sogar teilweise gänzlich eingestellt werden. Damit verlieren die Gräser ihre Konkurrenzkraft und der Klappertopf breitet sich teilweise flächenhaft aus. 

Futterbaulicher Wert und Bekämpfungswürdigkeit:
Der futterbauliche Wert von Klappertopfarten ist gering bis sehr gering. Er ist im grünen Zustand leicht giftig aufgrund des enthaltenen Alkaloids Aucubin, welches hauptsächlich als Fraßschutz dient. Im getrockneten Zustand (Heu) ist er ungefährlich. Ab einem Ertragsanteil von 3% (ca. 10 Pflanzen pro qm) beeinträchtigt er merklich den Futterertrag. Klappertopf kann die Ursache von blutigem Durchfall und Nierenentzündung, von bläulicher Verfärbung der Milch, von Krämpfen, Verwerfen und Tod sein. 

 Besonderheiten:
 Der Klappertopf ist Nektarpflanze für Hummeln. Als Halbschmarotzer beeinträchtigt er  jedoch die Wuchsleistung anderer, besserer Wiesenpflanzen, insbesondere der Gräser.  Halbschmarotzer entnehmen im Gegensatz zu Vollparasiten ihrer Wirtspflanze nur Wasser  und Nährsalze, jedoch keine Zucker. Die Vermehrung dieser einjährigen Pflanze erfolgt  ausschließlich über Samen.

Indirekte Bekämpfung:
Als Magerkeitsanzeiger zurückzudrängen durch kräftige Düngung auch mit Wirtschaftsdüngern durch die Förderung düngerdankbarer Arten, durch Verätzen der Keimpflanzen mit Kalksticksoff, als Samenpflanze zurückzudrängen durch Vorverlegung des Heuschnitts und dichten Weidebesatz zur Verhinderung der Samenreife, aber ohne Überanstrengung und Auflockerung der Weidenarbe, zur Verhinderung des Auskeimens von ruhenden Samen und der Entwicklung von Jungpflanzen, indes Keimfähigkeit der Samen ziemlich kurz.  Vorbeugende und mechanische Maßnahmen:

  • Samen-Unkraut, daher früher Schnitt vor der Samenreife (Ende Juni) mehrere Jahre hintereinander
  • Früher Weidegang
  • Häufigere Nutzung und kräftige Düngung. Dies verschafft den Gräsern einen Wachstumsvorsprung

Chemische Bekämpfung:
Ziemlich resistent gegen MCPA, 2,4-D oder 2,4-DB, nur im April und Mai Erfolg gut bis sehr gut, besser gegen den Großen als gegen den Kleinen und Zottigen Klappertopf. Die chemische Behandlung ist mit allen zugelassenen Mitteln gegen zweikeimblättrige Unkräuter wirkungsvoll. Die damit verbundene Beseitigung aller krautartigen Pflanzen widerspricht jedoch den Zielen von Förderprogrammen zur Grünland-Extensivierung.